Gesamtschulen – ein überholtes Modell?

Eine Gesamtschule bietet ein dreigliedriges Schulsystem an, so wie Hauptschule, Realschule und Gymnasium. Hier werden Schüler mit verschiedenen Leistungsqualitäten unterrichtet. Die Entscheidung, welcher Schulabschluss letztendlich möglich ist, wird bis zum Schluss noch „geheim“ gehalten. In einer Gesamtschule haben die Schüler aus der sechsten Jahrgangsstufe die Möglichkeit, sich für ein Wahlfach zu entscheiden. Auch Fachleistungskurse werden angeboten.

Diese Fachleistungskurse bieten zum Beispiel Schülern, die sich schwerer mit dem Lernen tun, ohne Leistungsdruck zu lernen, sowie den Schülern, die eine „schnellere“ Auffassungsgabe besitzen, nicht auf die „Schwächeren“ warten zu müssen. Auf einer Gesamtschule haben es vor allem die „Schwächeren“ einfacher, da auf diese ganz speziell eingegangen wird. Dies ist leider nicht in allen Schulen möglich.

Pro und Contra

Denn wenn die „Stärkeren“ den „Schwächeren“ helfen, sei es beim gemeinsamen Lernen, können nur Erfolge dabei rauskommen. Wer sich für eine Gesamtschule entscheidet, kann pro und contra gegeneinander abwägen. Manche Eltern haben Angst, dass ihre Kinder, die schulisch „topp“ sind, dadurch eingeschränkt werden, wenn diese den „schwächeren“ Schülern ständig helfen müssen. Letztendlich sollten aber auch die Kinder selbst mit entscheiden, denn schließlich muss sich das Kind in der gewählten Schule wohlfühlen und nicht die Eltern. Heute hat ein jeder die Möglichkeit, sich die unterschiedlichsten Schulen ansehen zu können. Es ist mehr wie ratsam, sich über die vielleicht infrage kommenden Schulen erst einmal vorab zu informieren. Anschließend können gemeinsam Gespräche mit Eltern, Schüler und Lehrer vorgenommen werden. Es ist durchaus wichtig, dass sich das Kind in der gewählten Schule gut fühlt. Wenn es die Schule von vorneherein schon ablehnt, bringt es überhaupt nichts, das Kind überreden zu wollen. Irgendwann kommt dafür die Rechnung und das sollte möglichst vermeiden.

Die Schule sollte das Kind auch mit aussuchen dürfen

Die Gesamtschule bietet viele Möglichkeiten, vor allem wird hier auf die jeweiligen Schüler besonders gut eingegangen. Eine Gesamtschule hat 13 Klassen-Stufen. Die Klassen 11 bis 13 sind wie die Oberstufen eines Gymnasiums. Die pädagogisch wertvolle Arbeit mit den Schülern wird hier an Erster stelle geschrieben, so ist es auch nicht verwunderlich, dass die meisten Schüler auf einer Gesamtschule alle mit einem überdurschnittlich guten Abschluss in der Tasche nach Hause gehen. Hier werden die Schüler fachgerecht gefördert, auch an Lehrer mangelt es nicht. In vielen Schulen gibt es leider zu wenig Lehrer, sodass nicht auf jeden Schüler eingegangen werden kann. Es ist besonders wichtig, jedem Schüler das Gefühl zu geben, dass er „wichtig“ ist, vor allem den Schülern, die sich etwas schwerer tun. Hier kann die Motivation rapide steigen. So ist es auch erfreulich zu wissen, dass selbst der schwächste Schüler binnen kurzer Zeit auf ein außergewöhnlich hohes Pensum steigen kann. So muss heute kein Schüler mehr Angst haben, dass er ohne einen guten Schulabschluss in die Welt ausgesetzt wird. Dass ein guter Schulabschluss wichtig ist, weiß zum Glück ein jeder Schüler, selbst schon die Kleinsten. Auch den Eltern fällt eine große Last ab, wenn sie wissen und sie sicher gehen können, dass auf ihre Kinder gut eingegangen wird. Ein gutes Schulsystem ist eben alles.

Image: auremar – Fotolia

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